Steckbrief

Ahmed und Nubie
Ahmed Hassan (links) und Nubie Hassan vor KV 5.


Ahmed Mahmoud Hassan und Nubie Abd el-Basset Hassan sind Aufseher und überwachen die Grabungsarbeiten in KV 5. Beide Männer (sie sind nicht verwandt) stammen vom Westufer Luxors und fühlen sich mit den alten Ägyptern tief verbunden.

Ahmed, der Oberaufseher, war einer der Ersten, der das Grab erkundete. Er erinnert sich noch, wie er nur mit einer Taschenlampe bewaffnet durch den Schutt der Jahrhunderte kroch: "Es war sehr dunkel, völlig schwarz. Es war schwierig zu atmen. Die Luftfeuchtigkeit war sehr hoch. Wir robbten auf der Oberfläche des Schutts vorwärts, manchmal konnten wir uns halb erheben".

Ahmed besuchte die juristische Fakultät und hat dort sein Bakkalaureat gemacht, ehe er zum Theban Mapping Project (TMP) stieß. Seine Liebe zur ägyptischen Geschichte und das Ansehen, bei einer solch wichtigen, archäologischen Entdeckung mitzuarbeiten, rechtfertigt seinen Berufswechsel. "Man findet einen Teil seiner eigenen Wurzeln im Grab" sagt er. "Es ist schwere, aber interessante Arbeit".

Nubie hat seit seinem 12. Lebensjahr, über 20 Jahre lang, verschiedenen Ingenieuren als Assistent gedient. Er wurde bei der langwierigen Arbeit des Vermessens unentbehrlich, als das TMP die Hügel und Täler von Theben vermaß und die Gräber im Tal der Könige kartographierte. Er erinnert sich an das erste Mal, als er KV5 betrat: "Es war voller Dreck. Wir krochen über den Schutt ...Ich habe mich nie geängstigt, denn es war wie das Haus meines Urgroßvaters. Ich fühle etwas in meinem Herzen, als ob einer meiner Vorfahren hier gewesen wäre".

Bekleidet mit der traditionellen Galabija, ist Nubie für die Gegend sehr passend angezogen. Seine Achtung vor der Arbeit, die er verrichtet, um Ägyptens Geschichte zu enthüllen, ist einfach beschrieben. "Ich liebe die Arbeit in den Gräbern, vorallem, wenn ich etwas Altes finde. Ich lebe nahe beim Tempel von Medinet Habu und mag den Ausblick auf den Tempel vor meinem Haus", sagt er.

Nach einem langen Tag in der sengenden Wüstensonne gehen die zwei Aufseher in ihren schwer verdienten Feierabend. Aber beide lieben ihre Arbeit. Dazu meint Ahmed: "Wenn du glücklich bist bei deiner Arbeit, vergißt du deine Müdigkeit. Diese Gräber sind ein Teil unserer Geschichte. Hier zu arbeiten gibt mir ein schönes Gefühl".

(Auszug aus “Tales From the Tomb” von Deborah Doyle; zuerst veröffentlicht in Egypt Today, November 1996. Abdruck mit freundlicher Genehmigung.)



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